Dienstag, 20. Juni 2017

Musikalisches, Regen und Nachdenkliches auf der Hösseringer Route

Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff hatte zwar keinen eigenen Landart-Punkt, aber an Kreativität ließ es der Schirmherr der Hösseringer Route dennoch nicht fehlen: Zur Eröffnung wartete er mit selbst gedichteten Reimen auf, die launig ins Thema vor Ort einführten. Mehr als 30 Mitstreiter und Gäste hatten sich trotz Wolkenbruch zum Auftakt am Museumsdorf Hösseringen
eingefunden und ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam die etwa drei Kilometer lange Route in Augenschein zu nehmen. Es regnete die ganze Zeit… „Trotzdem, oder gerade deshalb war es ein wunderschöner Gang durch den frischen und duftenden Schootenwald“, freute sich die Organisatorin der Route, Christine Kohnke-Löbert vom Tourismusverein Suderburger Land.
Die Hösseringer Route verläuft in diesem Jahr entlang des Waldgeschichtspfades Schooten mit Ausgangspunkt am Museumsdorf Hösseringen. Möglich wurde dies dank der Unterstützung der Klosterverwaltung Hannover. „Wir freuen uns, dass der Schootenwald so auf neue und zusätzliche Weise für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird“, so der Leiter der Klosterrevierförsterei, Frank Hagen.
Zum Klang von Waldhörnern ging es auf Kunst-Pirsch hinaus. Zu sehen gibt es an 28 Punkten eine Vielfalt an Kunstobjekten, die verschiedenste Themen aufgreifen, zum Nachdenken anregen oder einfach nur … Kunst in der Natur sind.
Wer noch nie erlebt hat, wie ein Baum operiert wird, sich Gedanken über Newtons Gravitationsgesetze gemacht hat oder darüber nachsinnen möchte, woher wir kommen und wohin wir
gehen, der sollte sich auf den Weg nach Hösseringen machen. Unterwegs kann man es wie eine Wildsau halten, Rapunzels Zopf bewundern, Fundsachen zusammentragen, einen Glockenturm aufspüren oder sich Gedanken über den Sinn der Glasfaser machen. Es gibt große und eindrucksvolle Objekte ebenso wie stille und nachdenkliche. So wie der Findling, der die Bäume nicht mehr findet, einen kleinen Weg auf weichem Moos und die zarte Schwinge in der Luft. Eine emsige Ameise tritt den Beweis an, dass Kleine ganz Großes schaffen können und gleich nebenan trägt ein Hirsch ein eindrucksvolles Geweih. Er steht für die alten Langobarden, an die Sylvia Aevermann und Werner Warnke zudem mit einem selbst gedichteten Lied erinnerten.
Die Hösseringer Route ist auch eine nachdenkliche Route, die Verbundenheit ebenso thematisiert wie das ewige Werden und Vergehen. Wer möchte, kann unterwegs der Anregung folgen, den Tönen des Waldes zu lauschen, und diesen gerne eigene hinzufügen. Das taten die Kunst-Wanderer selbstverständlich auch, und mit der „Vogelhocheit“ auf den Lippen machten sie sich zum Ausklang des Tages ins Rasthaus Alte Schule Hösseringen auf den Weg, wo eine warme Suppe genau das richtige zum Aufwärmen war.

Als Besonderheit ist in diesem Jahr im Haus des Gastes, Räber Weg 4 in Hösseringen, eine kleine Ausstellung von Steinen, Geschieben und Versteinerungen aus der Eiszeit zu sehen. Die Sammlung wurde von Dietmar Luchterhand zusammengetragen und wird in einer Vitrine präsentiert, die auch zu den Schließzeiten der Touristinfo von außen gut sichtbar ist. Auf der Hösseringer Route weist ein Plakat darauf hin.

Am Sonntag, dem 18. Juni von 11 bis 12 Uhr und am Sonnabend, dem 1. Juli von 17 bis 18 Uhr gibt es an der Hösseringer Route „Waldmusik“ zu hören. Ein Team aus Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Susanne Wendler wird irgendwo entlang der Route singen und lädt alle Musikfreunde zum spontanen Mitsingen ein. Liederzettel sind vorhanden.

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