Dienstag, 24. Januar 2017

Bürgerversammlung im neuen Profil

Suderburg blickt zurück und stellt Pläne für 2017 vor
Eine Bürgerversammlung im neuen Profil präsentierte Bürgermeister Hans-Hermann Hoff in Suderburg. Im Rahmen seines Rückblicks hatte er im gut besuchten Saal im Gasthaus „Spiller“ auch die Vertreter von Vereinen und Initiativen in seine Rede eingebunden und so für eine abwechslungsreiche Vorstellung von Geleistetem und Plänen nicht nur aus
Sicht von Rat und Verwaltung, sondern auch aus der Persepektive der vielen Aktiven und Ehrenamtler gesorgt. So stellte Jürgen Kreklau Pläne der Dorfgemeinschaft vor, Michael Hätscher sprach für den VfL und Benno Schermeier für die Flüchtlingshilfe. 24 erwachsene Flüchtlinge und fünf Kinder leben derzeit in Suderburg, fünf von ihnen sind inzwischen anerkannt und auf Wohnungssuche. Doch Wohnraum ist rar in Suderburg, auch, weil viele Wohnungen an Studenten vermietet sind. „Wir würden uns freuen, wenn wir hier helfen und für die Flüchtlinge Wohnraum zur Verfügung stellen könnten“, bat die stellvertretende Bürgermeisterin Dagmar Hillmer die Anwesenden um Unterstützung.
Gisela Baum kündigte im Namen der Gemeinschaft „Suderburger Wirtschaft in Aktion“ an, dass es in diesem Jahr wieder ein Maifest mit Gewerbeschau geben wird. Albrecht Meißner, Prodekan an der Ostfalia, berichtete, dass die Hochschule die kleine Kirche In den Twieten gekauft habe. Darüber hinaus sei ein Neubau im Bereich des derzeitigen Parkplatzes In den Twieten geplant, der für Seminarräume, Vorlesungsräume und Büros genutzt werden soll. Zur Überbrückung habe die Hochschule Räume im BCS angemietet. Pastor Matthias Dittmar berichtete über das Umweltmanagement der Kirche und hier insbesondere über das Projekt „Artenvielfalt auf dem Friedhof“, wofür über mehrere Jahre Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

Für eine kontroverse Diskussion sorgte das Thema Steuererhöhungen, das Gemeindedirektor Thomas Schulz im Rahmen der Vorstellung des Haushaltes erläutert hatte. „Unser Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf der Selbstentschuldung“, so Schulz. Dies war aber nicht für alle Bürger nachvollziehbar. „Warum gab es in den Vorjahren keine Steuererhöhungen, wo doch zu diesem Zeitpunkt viel höhere Schulden zu verkraften waren?“, wurde etwa gefragt. „Dann hätte ich lieber die Schulden zurück“, meinte ein Bürger. Hans-Hermann Hoff betonte, dass sich die Ratsmitglieder diese Entscheidung nicht einfach gemacht hätten. „Ohne diese einstimmig gefallene Entscheidung wäre der Rat ad absurdum geführt worden, wir brauchen für die kommenden Jahre Handlungsspielraum.“ Dierk Pellnath, Fraktionsvorsitzender der WSL, fügte hinzu, dass es ohne diese Entscheidung kaum noch eine gemeindliche Selbstverwaltung gebe. Die Mehreinnahmen sollen nicht nur für die Weiterführung der Selbstentschuldung, sondern auch für den Erhalt der Infrastruktur eingesetzt werden, so für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Hardausees und für die Sanierung von Straßen und Wegen.
In 2017 soll das Wohngebiet Tannrähmsblick weiter ausgebaut werden. „Alle erschlossenen Grundstücke sind verkauft“, so Hans-Hermann Hoff. Derzeit laufe die Vorvermarktung. Eine Änderung der Bauvorschriften werde es nicht geben. Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre heraus habe man sich allerdings dazu entschlossen, die Erschließungsstraße von Vornherein mit einer bituminösen Oberschicht zu versehen.
Gut voran geht es mit dem Bau der Anlage für betreutes Wohnen. „Das ist ein riesengroßer Gewinn für Suderburg“, so der Bürgermeister. Die 30 Plätze seien bereits fast ausgebucht. Keinen Erfolg hatte die Gemeinde mit dem Vorstoß, an Haupt- und Bahnhofstraße eine Tempo-30-Zone einzurichten. Auch an der Aufhebung der innerörtlichen Radwege wird sich nichts ändern - ein Entscheidung, die nicht vor Ort gefällt werde.
Die Frage von Borvin Wulf, wie künftig für ausreichend Kita-Plätze gesorgt werden solle - alle Plätze in den Kindertagesstätten der Region sind ausgebucht - beantwortete Thomas Schulz mit dem Hinweis auf mögliche Kooperationen oder Ausweitung der Kapazitäten.

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