Dienstag, 3. Mai 2016

Plattdütsch is keen Museumssprok!

30 Jahr „Plattsnacker’s ut Hössern“

„De Plattsnacker’s ut Hössen“ feiern ihren 30. Geburtstag. Dieser Tag soll am Mittwoch, dem 11. Mai ab 18 Uhr im Haus am Landtagsplatz in Hösseringen mit einem bunten Programm festlich begangen werden.

Gegründet wurden „De Plattsnacker’s“ am 22. April 1986, ebenfalls im Haus am Landtagsplatz, das seither fester Treffpunkt der Liebhaber – und Praktiker – der niederdeutschen Sprache ist. Erster Vorsitzende war Herbert Schröder aus Dreilingen. Seine anfänglichen Bedenken, ob ihr Vorstoß in der Region Resonanz haben würde, konnten schnell ausgeräumt werden, denn
bereits am ersten Abend waren 30 Gäste der Einladung gefolgt und ihre Zahl stieg schnell an.
Auch Hannelore Hachmeister, Inge Niemann, Ingried Christensen und Jürgen Warnecke gehörten zu den Gründungsmitgliedern und waren an der Gestaltung des ersten Treffens beteiligt. Ein Höhepunkt waren damals die oolen plattdütschen Leeder, begleitet von der Treckfiedel mit Ursel Mirswa
und Anneliese Fromme. Nach Herbert Schröder leitete Werner Gade aus Schatensen den Verein über viele Jahre. Einen scharfen Blick auf die Kasse hatte jederzeit „Finanzminister“ Werner Haugrund - und sein Nachfolger Helmut Meyer steht ihm darin gewiss nicht nach.

Seit der Gründung engagieren sich die Plattsnacker’s in vieler Hinsicht um den Erhalt des Plattdeutschen, sei es durch Kurse, Veranstaltungen und Lesewettbewerbe, Vorführungen der Theatergruppe oder Abende mit den Kaminmusikanten. Bis zum Jahr 2005 war die Zahl der Gäste auf 120 pro Monat angestiegen. Neben den monatlichen Treffen in Hösseringen wurden viele Busfahrten durch ganz Norddeutschland unternommen. Bis heute findet jedes Jahr das beliebte „Eekboommeeten“ statt. Dann wird mit feierlicher Umrahmung und mit Gesang und Tanz geprüft, um wieviele Zentimeter die von Werner Gade gestiftete Eiche am Landtagsplatz wieder gewachsen ist und ob sie auch an Blättern und Stammumfang ordentlich zugelegt hat.

Wilhelm Feuerhake.

Mit den Plattdütschkring för Jung und Olt, der von Ilse Nitt ins Leben gerufen wurde, konnten die Plattsnackers vor einiger Zeit auch im benachbarten Stederdorf Fuß fassen. Der derzeitige Vorsitzende der Plattsnacker’s, Wilhelm Feuerhake, hat sich ganz besonders auf die Fahnen geschrieben, die Pflege der plattdeutschen Sprache auch der jungen Generation nahe zu bringen. Er unterrichtet an Schulen und an der Volkshochschule und ist Beauftragter für Plattdeutsch für den Landkreis Uelzen. Wilhelm Feuerhake schreibt selbst Geschichten und liest oft vor. „För dan Nohwuchs möt wie ok sorgen, denn uns Plattdütsch is keen Museumssprok!“, ist sein Motto.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen