Sonntag, 11. Januar 2015

Mondaufgang im Hardautal

Neulich waren wir zwischen dem Hösseringer Dorfteich und dem Museumsdorf unterwegs. Entlang des von der Eiszeit geformten langgetreckten Tales geht es unterhalb eines recht steilen Hanges, der den Endmoränenzug der letzten Vereisung markiert, in Richtung Schootenwald und zum Oberlauf der Hardau. Bis zu ihrer Quelle ist es noch gut einen Kilometer hin. Die Hardauquelle
war früher ein beliebtes Ausflugsziel, nach der Aufforstung der Heideflächen wurde die einstmals sprudelnde Quelle allerdings sehr viel ruhiger und auch die Heidebäche führen nun weniger Wasser. Der Grund dafür ist, dass der ganzjährig grüne Nadelwald viel größere Wassermengen verdunsten lässt, als weiträumig offene Heideflächen, die früher unsere
Landschaft prägten. Dadurch gelangt natürlich auch weniger Wasser ins Grundwasser, der Grundwasserspiegel sinkt und die Bachläufe werden kleiner. Das ist auch mit unserer Hardau passiert.
Trotzdem ist es natürlich immer noch wunderschön, durch das Hardautal zu wandern, selbst wenn das Wetter nicht unbedingt dazu einlädt.
Zwischen dem Ort Hösseringen und dem Museumsdorf erreicht man eine sumpfige Stelle, die eine alte Rottekuhle für die Einlagerung von Flachs markiert. Erst wenn der Flachs lange genug im Wasser gelegen hatte, war es den Bauern möglich, die holzigen Teile von den Flachsfasern zu entfernen.
Nachdem die Verarbeitung von Flachs nicht mehr lohnend war, weil billige Baumwollimporte die aufwendige Leinenherstellung verdrängten, bildete sich anstelle der Rottekuhlen ein kleines Niedermoor, in dem auch im Winter wunderschön grünes Frauenhaarmoos wächst. Nahebei lädt heute das Wellnesschlösschen Bötzelberg zum Erholen und Verwöhnen ein.


Und zum Schluss erlebten wir einen traumhaften Mondaufgang.

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