Freitag, 8. August 2014

Dörpsgeschichten up platt

Der Plattdeuschbeauftragte des Landkreises Uelzen,
Wilhelm Feuerhake.
Hier bei uns in Norddeutschland wird immer noch die alte Regionalsprache Niederdeutsch - unser schönes Platt - gesprochen. Das Niederdeutsche hat seine Wurzeln in der Sprache der Alt-Sachsen. Zur Zeit der Hanse, die 1358 gegründet wurde, hatte das Plattdeutsche eine Hochzeit. Damals war das Lübecker Platt sogar die Handelssprache im gesamten Nord- und
"Eekbommäten" am Haus des Gastes in Hösseringen.
Ostseeraum. Mit dem Niedergang dieser großen Handesorganisation verlor es aber an Bedeutung. Heute gibt viele plattdeutsche Dialekte, die sich sogar von Dorf zu Dorf unterscheiden können. Auch hier bei uns im Suderburger Land wird das Plattdeutsche gepflegt: Die "Plattsnackers ut Hössen" treffen sich regelmäßig, um - na ja, was wohl? Platt zu snacken natürlich!


An dieser Stelle möchten wir deshalb in regelmäßiger Folge kleine Geschichten auf platt veröffentlichen. Autor ist der Beauftragte für Plattdeutsch des Landkreises Uelzen, Wilhelm Feuerhake aus Holxen.



Kattenhochtiet

Letzt Nacht wür ik wach: „Oh, wat is denn dor los?“ „Kattenhochtiet.“ De Koters har`n sik in de Wull un füngen an to maugen, dat hör sik so an, as wenn son Gondelero in Genua: „Oh Solo mio" süng.
Jo, nu is man hellwach, so Klock veir in de Nacht, man kummt int Grübeln öwer dit un dat. Denn fallt ein`n „de bäuerliche Landwirtschaft“ ut de sösstiger Johr`n in. Klock fief upstohn, dat Veih fuddern un utmesten. Dat Melken mök de Frau.
Klock söben mössen de Melkkannen buten stohn, denn köm de Melkwogen un hol de Kannen af. Tom Kaffee n`schönet Marmelodenbrot un denn rut mit de Keuh noh de Koppel hen, öwer düssen Gang har`n denn im Dörp ak noch Annere vör un wenn man nich genau uppassen dä, denn könn dat passiern, dat de Keuh mit anner Keuh tohop löpen. Dat gev denn een Dörchenanner, de Hunnen (Hasso un Co.), de eigentlich uppassen schöll`n, harn nix anners in`n Kopp, as sik mol ordnlich mit dan Nohwersköter in de Plünnen to kriegen.
Jo, dorbie steeg denn de „Andrenalinspeegel“ bie Minsch un Veih recht hoch un de Dag füng munter an. Up ne Dörpsversammlung löt sik de Dörpschoolmester doröber ut, dat toväl Kohschiet up de Fotweg liggen dä, dat wär gewiss nich schön. Dorup de Börgermeister: „Schölt wie denn de Keuh n`Büdel unnern Schwanz binnen?“
Dormit wär ok de Sok ut de Luft! Dat Schöne beholt man, öwer dat Schlichte vergitt man.

In düssen Sinn
Wilhelm Feuerhake

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