Dienstag, 27. Mai 2014

Hermann Löns stille Stunde


Einen Busch von goldenem Ginster
Hieltest du in deiner Hand,
Den ich an dem Hünengrabe
Zur Erinnerung dir band.

Zur Erinnerung an die Stunde,
Die in uns noch lange glüht,
Wenn an deinem Ginsterstrauße
Alle Blumen sind verblüht.

Was mag der Dichter wohl mit diesen Zeilen gemeint haben? Hermann Löns, ebenso bewundert wie geschmäht, erweist mit seinen Zeilen nicht nur dem gelb blühenden Ginster die Ehre, sondern auch der Erinnerung an eine ganz besondere Stunde. Ich tippe mal auf eines seiner amourösen Abenteuer, von denen Touristenführer noch heute gerne erzählen.
Der Einzelgänger und Sonderling kam oft von Hannover, wo er seit 1892 als Redakteur arbeitete, in die Lüneburger Heide, um Ruhe zu finden und zu entspannen. Der von ihm gepriesene Ginster ist wie das Heidekraut eine typische Pflanze unserer Gegend, denn er gedeiht auf den hiesigen mageren Böden. Aus den Zweigen wurden früher Besen gemacht, deshalb nennt man Ginster auch Besenstrauch.
Doch Vorsicht: Ginster ist sehr giftig.
Ein Hünengrab wie in Hermann Löns Gedicht habe ich gerade nicht parat, deshalb nehme ich einfach ein Foto vom Findling unseres Golddorfes Bohlsen, das im vorigen Jahr den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen hat. In der neuen Runde sind wieder zwei Dörfer aus dem Suderburger Land dabei: Hösseringen und Böddenstedt.

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