Montag, 7. Mai 2018

Wohin, Natascha?

Angelika Hoff liest aus den ungewöhnlichen Lebenserinnerungen der Suderburgerin Renate Witte

Eine Lesung aus dem Buch „Wohin, Natascha? Die bewegende Lebensgeschichte einer Heimatlosen zwischen Serow und Suderburg“ findet am Mittwoch, dem 16. Mai ab 19 Uhr in die Musikschule Suderburg, Burgstraße 21, ein. Es liest die Autorin Angelika Hoff. Der Eintritt ist frei.
Sechs Jahre lang erzählte die Suderburgerin Renate Witte Woche für Woche ihrer Freundin Angelika Hoff aus ihrem Leben. Einem Leben, das so ungewöhnlich verlief, dass sich die Beiden dazu entschlossen, ihre Geschichte aufzuschreiben. Doch es sollte noch mehrere Jahre dauern, bis das Buch dazu erschien. Nun ist es soweit: „Wohin, Natascha“ heißt die Lebensgeschichte von Renate Witte, aufgeschrieben von Angelika Hoff, kürzlich erschienen im Verlag Calluna - Menschen und Medien. Einen Abend lang wird Angelika Hoff aus den Erinnerungen ihrer Freundin berichten – von einer Kindheit in Heim und Pflegefamilie, von der Übersiedlung in die ehemalige UdSSR, von der Verhaftung der Eltern und dem Verlust eines selbstbestimmten Lebens in der Sowjetdiktatur. Sie wird von einer Frau erzählen, die trotz ihres schweren Schicksals nie ihre Lebensfreude und Hoffnung verloren hat. Und die sich nach ihrer Übersiedlung nach Suderburg viele Jahre um Menschen der Tschernobyl-Region um Gomel gekümmert hat.

Renate Witte, geborene Johannsen, kam 1922 als uneheliches Kind in Duisburg zur Welt. Die ersten vier Lebensjahre verbrachte sie in Kinderheim und Pflegefamilie. Zurück bei den Eltern, musste sie als sechsjährige den frühen Tod des Vaters verkraften. Die Mutter heiratete wieder – einen Deutschrussen – und zog mit Mann und vier Kindern 1931 in die Sowjetunion nach Serow im Ural. Als die ethnischen »Säuberungen« unter Stalin begannen, wurde die Familie auseinandergerissen und in unterschiedlichen Lagern interniert. Die Mutter starb in der qualvollen Lagerhaft. Renate musste ihren deutschen Namen ablegen, wurde fortan Natascha genannt. 1958 erhielt sie die so lang ersehnte Ausreisegenehmigung nach Deutschland.
Nach Zwischenstationen in Frankfurt/Oder und Bayern kam sie 1979 nach Suderburg, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Ein persönliches Schicksal, das beispielhaft für die systematische Verfolgung und Vertreibung unzähliger Menschen im 20. Jahrhundert steht und dennoch Mut macht.

Mittwoch, 11. April 2018

Bei Vollmond durch die Heide

Einmal im Monat - immer bei Vollmond - lädt Gästeführerin Hannelore Behrens zur Wanderung durch die nächtliche Ellerndorfer Heide ein. Der Gang durch die Heide startet in der abendlichen Dämmerung und bei interessanten Informationen und faszinierenden Aussichten lässt Hannelore Behrens die Geschichte der Heidelandschaft lebendig werden. Sie erzählt von der Entstehung der Heide, einer Landschaft, die unsere Gegend über viele Jahrhunderte prägte und durch die Heidebauernwirtschaft lange am Leben erhalten wurde, vom Wacholder und der Schnuckenherde von Familie Jahnke.
Anmeldungen bei Hannelore Behrens, Tel. 05808 429 oder 0176 52390564.

Die Termine: 30. April, 18.30 Uhr / 29. Mai, 19.00 Uhr / 29. Juni, 20.30 Uhr / 20. Juli, 20.30 Uhr / 27. Juli, 20.30 Uhr / 3. August, 20.30 Uhr / 17. August, 20.30 Uhr / 26. August, 20.00 Uhr / 7. September, 19.00 Uhr / 25. September, 18.30 Uhr / 5. Oktober, 18.00 Uhr und 24. Oktober, 17.30 Uhr

Freitag, 26. Januar 2018

Heraus zur Winterwanderung!

Der Tourismusverein Suderburger Land lädt am Samstag, 24. Februar 2018 ab 13 Uhr traditionell zu seiner Winterwanderung ein. Wir treffen uns in Eimke am alten Hotel „Wacholderheide“. Von dort aus wandern wir über Wald- und Wiesenwege und genießen die Winterlandschaft.
Nach einer ca. 2,5stündigen Wanderung lassen wir uns es bei Kaffee und Kuchen gut gehen.
Um Anmeldungen bis zum 22. Februar 2018 wird dringend gebeten unter: Tel. 05826-1616 oder unter: info@suderburgerland.de.

Dienstag, 9. Januar 2018

Mit Traditionen in die Zukunft

Bauernrechnung Hösseringen mit Rückblick und Plänen

Mit einem großen Dankeschön an die vielen ehrenamtlichen Glasfaser-Boten und die Hösseringer Haushalte begann Hinrich Müller seinen Rückblick auf der Hösseringer Bauernrechnung, die am Wochenende im Haus am Landtagsplatz stattfand.

96 Prozent der Haushalte sind dabei! Wohl kaum ein Ort des Landkreises dürfte eine solch hohe Zahl erreicht haben. Hinrich Müller konnte wieder auf ein vielseitiges Veranstaltungsjahr, zu dem das Kreisjugendtreffen der Schützenvereine, welches der Schootenring ausgerichtet hatte, die Heideklänge mit dem Gesangverein Frohsinn, das Schlagball-Spielen und der begehbare Adventskalender gehörten, zurück blicken. In Eigenregie wurden zudem die Heideflächen am Bötzelberg und die Grünflächen am Haus des Gastes gepflegt. Auch die Verkehrsinseln im Ort werden ehrenamtlich in Ordnung gehalten. Viel zu tun hatten die Bürger und besonders die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Hochwasser des vergangenen Jahres. „Extreme Niederschläge im Frühjahr hatten zu Überschwemmungen geführt, es gab immer wieder Einsätze wegen Sturm und Hochwasser“, so Müller.
Probleme bereitet den Hösseringern nach wie vor der Zustand vieler Waldwege wie etwa der Daller und der Sprakensehler Weg sowie der Dahlenweg. Diese Wege sollen in diesem Jahr zwar saniert werden, aber es sei dennoch zu klären, ob die hohe Anzahl öffentlicher Wege weiterhin gehalten werden könne.

In der von Ratsmitglied Karsten Scherer moderierten Bürgerversammlung wurde auch für das Projekt Bücherbus geworben. Bernd Roggemann, der im Verein als Fahrdienstleiter engagiert ist, stellte das Projekt als Ergänzung zum vorhandenen Nahverkehrsnetz vor.
Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz berichtete über den Stand der Selbstentschuldung, die auf einem guten Weg sei. Der Haushalt der Samtgemeinde werde in 2018 vermutlich mit einem Überschuss abschließen, der für den weiteren Schuldenabbau verwendet werden könne. „Das sieht sehr gut aus“, so Schulz, der zudem Vorhaben für das laufende Jahr vorstellte. Dazu gehören für Hösseringen vor allem die touristische Inwertsetzung des Hardausees mit Sanierung des Kiosk, dem Bau einer Betonspurbahn mit Beleuchtung sowie die Reparatur der Spundwand. Von den veranschlagten 485.000 Euro Gesamtkosten können 95 Prozent über Zuschüsse getragen werden. „Wenn die Zuschüsse fließen, werden wir das anpacken“, so Schulz.
Auch Bürgermeister Hans-Hermann Hoff konnte einen Gemeindehaushalt vorstellen, der seit Jahren wieder finanziellen Spielraum bietet. So können in Hösseringen die Regenwasserkanäle saniert werden, 30.000 Euro sind dafür eingeplant.
Pastor Dittmar, der in diesem Jahr „Halbzeit“ in Suderburg begeht, lobte das Engagement der Ehrenamtlichen. „Diese Kirchengemeinde kann dank unserer vielen Helfer locker ohne Pfarrer existieren“, meinte er auf seine unverwechselbar lockere Art. Die Gemeindeglieder würden mit einer solchen Lösung vermutlich nicht ganz einverstanden sein, zudem sich der Pastor selbst in vielen Bereichen engagiert. Auch er warb für den Bücherbus und stellte das Projekt Artenvielfalt auf dem Friedhof vor.

Zum Abschluss las Hinrich Müller aus den Erinnerungen von Hermann Dörmann vor, der darin auch eine Bauernrechnung um 1900 schildert. „So viel hat sich gar nicht verändert“, sagte er mit Stolz auf das Vermögen der Hösseringer, alte Traditionen in neuen Zeiten am Leben zu erhalten. Eine davon ist die Krönung der Neubürger. In diesem Jahr waren dies John Doneghue, Annette Meyer und Gunter Biernat.

Fotos: Bernd Roggemann

Mittwoch, 8. November 2017

Kunsthandwerk, Kleinkunst und Mitmachaktion

Vorweihnachtlicher Kunsthandwerkermarkt im Museumsdorf Hösseringen

Am 12. November 2017 findet von 10.30 bis 18.00 Uhr im Museumsdorf Hösseringen zum achten Mal der vorweihnachtliche Kunsthandwerkermarkt ein. Kunsthandwerk, Kleinkunst, Mitmachaktion für Kinder und Leckereien halten wieder Einzug ins Museumsdorf! Lichtersterne, Feuerkörbe, und weihnachtliche Beleuchtung versetzen die
Besucherinnen und Besucher in vorweihnachtliche Stimmung. In den historischen Gebäuden und in den Eingangsbereich ziehen dann für einen Tag über 40 Künstler und Kunsthandwerker mit ihren Kreationen ein.
Die vorweihnachtliche Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Kreativen Kreis Winsen/Luhe realisiert. Die Organisatorin des Kreativen Kreises, Karin Meyer-Wölk aus Adendorf, hat wieder zahlreiche Kunsthandwerker und Kunsthandwerkerinnen nach Hösseringen eingeladen, sowohl aus dem Raum Uelzen, als auch aus dem gesamten norddeutschen Bereich. Die schöne und interessante Ausstellung zeigt eine große Vielfalt unterschiedlichster Produkte, und es gibt viele kunsthandwerkliche Unikate zu entdecken. Neben Schmuck und Keramik, Wolle und bemaltem Porzellan gibt es Bekleidung aus Seide und anderen Stoffen zu sehen. Stulpen, Shirts und Ponchos, Jacken und Holzdekorationen finden sich neben Dekorationen für die Weihnachtszeit, Adventsgestecken und -kränze für Haus, Hof und Garten, Taschen und Bildern in verschiedenen Techniken.

Sicherlich bietet sich an diesem Sonntag auch schon die Möglichkeit, das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu erstehen, denn in diesem Jahr scheint die Vorweihnachtszeit irgendwie kürzer zu sein: Schon der vierte Advent ist Heiligabend! Für Kinder werden am Herdfeuer im Kleinbauernhaus Märchen vorgelesen. Beim Drechsler im Brümmerhof können die kleinen Besucherinnen und Besucher das Drechseln auszuprobieren und ein kleines Weihnachtsgeschenk selbst herzustellen. Beim Bummel durch das weihnachtliche Museumsdorf werden dem Besucher viele leckere Düfte in die Nase steigen. Glühwein, Waffeln, Kaffee und Kuchen, Bratwurst, Wildschweinspezialitätenspezialitäten, Burger und andere Leckereien werden angeboten.
In diesem Jahr haben sich die Organisatoren wieder etwas Neues einfallen lassen: Für Augen und Ohren gibt es Katharinas Schaubude. Die „Clownfrau“ und Solokünstlerin Katharina Witerzenz wird die Gäste mit ihren Darbietungen verzaubern. Das Team des Museumsdorfes sowie alle Künstler, Kunsthandwerker und Aussteller freuen sich auf begeisterte Besucherinnen und Besucher. Parkplätze sind vorhanden und für eine reibungslose An- und Abreise wird Sorge getragen.

Der Eintritt beträgt 4 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.

Dienstag, 7. November 2017

Mit dem Sturm in die Heide

Am Dienstag, 14. November 2017 lädt der Förderverein um 20 Uhr in den Bohlser Speicher ein. Unter dem Motto „Mit dem Sturm in die Heide“ wird Gernot Magyar über seinen Lebensweg berichten, der ihn Anfang der 70er Jahre von der Heimat in den steirischen Bergen in die Lüneburger Heide führte. Zur Aufbereitung von Sturmschäden war seine Arbeitskraft in den Wäldern der Lüneburger Heide gefragt. Aus einem Arbeitseinsatz ist so ein neuer Lebensmittelpunkt hier in der Lüneburger Heide geworden.
Der Eintritt ist frei, der Speicherverein freut sich auf zahlreiche Gäste.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

In Böddenstedt steht wieder eine Milchbank

Zwischen etwa 1880 und 1970 stand an den Straßen der Dörfer vor jedem Hof eine Bank zum Abstellen der gefüllten großen Milchkannen. Der örtliche „Milchkutscher“ brachte sie zur Molkerei und stellte die Kannen auf dem Rückweg leer oder mit Magermilch (für die Kälberfütterung) wieder auf die Milchbank.

Auch die bei der Molkerei bestellte Butter wurde in hölzernen Kästen für den Hof hier abgeliefert. Mit der Umstellung der Abholung durch Tankwagen wurden um 1970 Milchbänke überflüssig und verschwanden aus den Dorfbildern. 

Damit verschwand auch ein Kommunikationsort der Dorfjugend, die sich gern an den Milchbänken traf.
An diese Tradition soll die Milchbank erinnern, die kürzlich an der Twiete aufgestellt wurde. Hier können Radfahrer sich ausruhen oder Kinder sich treffen.